Ertragsprogramme 

Die Schreinerei

Die Anfänge der Schreinerei liegen über 10 Jahre zurück. Anfangs 2000 begann Pukllasunchis mit einem Schreinereiunterricht für seine Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig konnten Lehrpersonen aus Cusco und Umgebung unter Anleitung des von Pukllasunchis angestellten jungen Schreiners in der Werkstatt von Pukllasunchis ihr persönliches didaktisches Material herstellen. Es ergab sich wie von selbst, dass die Schreinerei in der Folge ihre eigene Produktpalette entwickelte. Anfänglich waren dies Unterrichtsmaterialien und Spielsachen, dann aber auch Einrichtungen für Spielplätze sowie Inneneinrichtungen (Möbel, Türen, Fenster etc.) für die Schulhausbauten von Pukllasunchis.

Erster Auftraggeber der kleinen Schreinereiwerkstatt war also Pukllasunchis selber. Aber schon bald trafen auch Anfragen von aussenstehenden Institutionen ein, von Schulen und Kindergärten in Cusco, von Landschulen und sogar von einem Spielzeugladen in Lima. Die überdurchschnittliche Qualität der von der Puklla-Schreinerei gelieferten Produkte und Dienstleistungen sorgte in den Folgejahren für eine weitere Zunahme von externen Aufträgen.

Im Jahre 2006 gründete Pukllasunchis ein kleines Unternehmen, Pukllay E.I.R.L., und trennte die Schreinerei institutionell von der Modellschule. Die Idee war, mit einer unternehmerisch orientierten Schreinerei Gewinne zu erwirtschaften, die der Modellschule und den sozialen Projekten von Pukllasunchis zugutekommen sollten. Dank einer grossherzigen Spende aus der Schweiz konnte Pukllasun-chis im 2009 ein Grundstück etwas ausserhalb von Cusco kaufen und zwischen 2010 und 2013 eine grosszügig angelegte Schreinerei bauen und einzurichten. Maschinen und Werkzeuge inklusive Transport nach Cusco waren ebenfalls einer Schenkung aus der Schweiz zu verdanken. In dieser Aufbauzeit wurden die Schreiner von Pukllasunchis von schweizerischen Fachleuten sukzessive in die Handhabung der neuen Maschinen und Werkzeuge eingeführt und ausgebildet.

Das Unternehmen ist aber noch nicht konsolidiert. So fehlt dem Team noch ein kompetenter Geschäftsleiter – fähige Fachpersonen sind in Cusco schwierig zu finden – und das Unternehmen hat sich noch nicht richtig auf dem Markt positioniert. Allerdings hat sich die Auftragslage im 2015 deutlich verbessert, und angesichts der intensiven Bautätigkeit sind die Marktchancen von Pukllay E.I.R.L. als sehr gut zu bezeichnen.

 

Herstellung von Naturprodukten

Die Idee, einheimische Pflanzen zu verarbeiten und die daraus gewonnenen Produkte auf den Markt zu bringen, hat sich ebenfalls aus dem Werkunterricht heraus entwickelt. Ein erstes bescheidenes Labor wurde fast zeitgleich mit der Schreinerei eingerichtet. Heute steht in Tikapata ein gut ausgerüstetes Labor zur Verfügung, mit Destillierapparat und Trocknungsraum.

Hergestellt werden:

_Crèmen aus Eukalyptus, Ch’iri Ch’iri, Markhu und Ringelblumen

_Öle aus Eukalyptus, Muña und Zitronengras.

_Kräutertees aus Chinta, Altea, Pinco-Pinco, Valeriana, Q’eto Q’eto und anderen Heilpflanzen

_Sirups gegen Husten, Erkältungen und Nierenbeschwerden sowie Tinkturen für Verletzungen.

Alle Produkte werden in der Schule verkauft. Viermal im Jahr organisiert Pukllasunchis einen «Puklla-Markt» auf einem öffentlichen Platz in Cusco, wo die Kinder die von ihnen hergestellten Heilmittel und Handarbeiten zum Verkauf anbieten. Für einzelne Produkte finden sich auch Abnehmer in der Tourismusbranche (z.B. einige Hotels in Cusco).

Für die Herstellung von Heilmitteln und weiter verarbeiteten Produkten (wie Shampoo, Conditioner, Lipsticks) fehlt Pukllasunchis vorläufig noch die Lizenz des Gesundheitsamts. Daher kann die Organisation gewisse Basisprodukte (wie Essenzöle) nicht selber weiter verarbeiten, sondern beliefert damit ein Labor in Lima, welches über die entsprechende Zulassung verfügt. Pukllasunchis will sich aber um eine solche Lizenz bemühen; denn damit könnte es Produkte herstellen, mit denen ein grösserer Gewinn erzielt werden kann.