Entwicklung 

Entwicklung

Peru verzeichnete von 2002 bis 2013 über die höchste Wachstumsrate Lateinamerikas (über 6% pro Jahr) und eine der längsten Wachstumsphasen weltweit. 2014 fiel allerdings die Wachstumsrate auf etwa 2.5% zurück; die Gründe liegen in den gefallenen Weltmarktpreisen für Rohstoffe sowie ungünstigen klimatischen Bedingungen, welche vor allem die Entwicklung der Fischindustrie beeinträchtigten. Für die nächsten Jahre wird Peru aber wieder ein solides Wachstum von 4% diagnostiziert. Aufgrund seines gewachsenen Pro-Kopf-Einkommens gilt Peru heute nicht mehr als Entwicklungsland, sondern gehört mittlerweile zur Gruppe der sogenannten Schwellenländer (Middle Income Countries). Trotz der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung leben immer noch rund 23% der Bevölkerung Perus in Armut, und 5% sogar in extremer Armut. Von der sozialen Ausgrenzung und Diskriminierung sind insbesondere die indigenen Gruppen der Anden und des Amazonas betroffen.

Die politische Situation ist relativ stabil. Seit einigen Jahren ist ein Dezentralisierungsprozess in Gang, der den Regionen mehr Kompetenzen und finanzielle Mittel gebracht hat. Leider fehlen vielerorts die nötigen institutionellen Kapazitäten, um diese Mittel effizient und zum Wohl der Armen einzusetzen.

Die sozialen Spannungen haben zugenommen, da immer grössere Teile der Bevölkerung sich von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen fühlen. Lokale Konflikte, beispielsweise mit Gemeindebehörden oder mit Bergbaugesellschaften, haben sich verstärkt und werden zum Teil auch gewalttätig ausgetragen. Auslösende Faktoren für Konflikte sind meistens die Verweigerung von Grundrechten, Umweltprobleme sowie Misswirtschaft und Korruption.

Die Bevölkerung misstraut generell den staatlichen Institutionen und hat wenig Vertrauen in deren Funktionsfähigkeit.