Das offizielle, traditionelle Schulsystem verstärkt die Diskriminierung einzelner Kulturen, den Druck zur Assimilierung, die Distanz zwischen den sozialen Schichten und die konventionelle Rollenverteilung zwischen Knaben und Mädchen. Rund vierzig Prozent der Kinder geben die Schule vorzeitig auf. Vor allem in den städtischen Armenvierteln, im Andenhochland und den Urwaldgebieten zwingen wirtschaftliche Probleme die Kinder schon sehr früh zum arbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen. Andererseits ist das, was sie in der Schule lernen würden, für ihr praktisches Leben kaum brauchbar und deshalb kein Anreiz für eine längere Schulausbildung. Die Klassen zählen zwischen 40 und 60 Schülerinnen und Schüler; es fehlt an Schuleinrichtungen und Unterrichtsmaterialien. Trotz diversen Schulreformen sind die Lehrmethoden in der Praxis immer noch sehr traditionell, der Unterrichtsstil ist ausgesprochen autoritär und Auswendiglernen steht im Zentrum. Lehrinhalte undLehrpläne sind weder den Kindern noch den regionalen sozialen und kulturellen Besonderheiten angepasst.

 
 
Profil Projekte Team Newsletter Spenden Infos Kontakt Links