Peru ist ein Land vieler Kulturen. Im Andenhochland leben die Quechuas, die über drei Millionen - bei einer Gesamtbevölkerung von 28 Millionen - zählen, und rund eine halbe Million Aymaras. Im östlichen Urwaldgebiet in Richtung Amazonas leben über sechzig verschiedene ethnische Gruppen mit ihren eigenen Sprachen. Diese Vielfalt könnte eine grosse Chance für das Land sein. Die staatliche Politik tendiert jedoch zu einer allgemeinen Assimilation der ganzen peruanischen Bevölkerung. Dadurch geht der grosse Reichtum der verschiedenen Kulturen und das Wissen, das jede Gruppe im Umgang mit der lokalen und regionalen Umwelt erworben hat, langsam verloren. Das verringert auch die Möglichkeit, dass alle Gruppen zur nationalen Politik beitragen und eine demokratische Gesellschaft aufbauen können. Wirtschaftlich ist Peru eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Rund ein Fünftel der Bevölkerung lebt in extremster Armut. In bestimmten Regionen wie dem Andenhochland oder den Urwaldgebieten sind es fünfzig Prozent oder mehr - damit gehören die Quechuas, die Aymaras und die Gruppen im Amazonasurwald zu den ärmsten Schichten.